KINDERBUCHphilosophie
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Liebe Besucher dieser Seite,

wer heute ein Kinderbuch vergangener Tage mit seinem patinierten Charme wertschätzend in Händen hält, kann sich freuen. Ist ihm doch die festigende Beziehung zur Vergangenheit und damit der eigene Halt für das persönliche Leben nicht verlorengegangen.  Piglet pustet !

Das Kinderbuch war und ist ein Spiegel all dessen, was Lebens­umstände über die Zeitläufe hinweg ausmachte und bis in die Gegenwart hinein ausmacht.

Für Kindersinn und Kinderhände wurden sie geschaffen – zum Anschauen, zum Lernen in jeder Beziehung, zum Träumen und Spielen. So gehörten sie zum fundamentalen Bestand einer jeden Spielzeugkiste. Kinderbücher machen einen Sinn, solange sie dem Kind zum täglichen Umgang zur Verfügung stehen und nicht dem wohlgeordneten Biblio­theksschrank zugeführt werden.

Es ist nicht schwer sich vorzustellen, daß in Ermangelung eines geeigneten Stückchen Papiers eine Bilderbuchseite herhalten mußte, um just in diesem Moment ein Schiffchen zu falten. Schon ist nach unserem Ermessen das Bilderbuch "beschädigt" und "unvollständig". Zu Recht. Aber ...

 »LESEN MACHT SPASS!«
»Lesen macht Spass !«
 

Kinder in ihrem freien Spiel wissen nichts davon, sie leben wie es ihnen die Natur gegeben hat. Das ist das un­wie­der­bringlich Schöne und Einzigartige an jeder Kindheit, dem sich selbst jedes soziale Milieu und jede Zeit bis zu einer gewissen Grenze unterordnen. Denn Kindern ist es zu eigen, ohne materiellen Aderlaß aus den einfachsten Dingen größtes Glück und größte Freude zu ziehen, sofern ihre Unbeschwertheit nicht in zu starkem Maße durch Er­wachs­enen-Ehrgeiz eingeschränkt wird.

Die Bücher für Kinder werden von ihnen überall "gebraucht" – im Bett vor dem Einschlafen oder Kranksein, am Essenstisch mit Butterbrot oder Suppe oder ganz einfach beim Verlorensein im Spiel. Die kindertümliche Be­an­spruchung von Büchern hinterläßt natürlich Spuren.

Mögen uns diese hintergründigen Gedankenspiele um die Kinderseele bei all unserem Anspruch auf einen "guten Erhaltungszustand" beim Kinderbuch nicht ganz abhanden kommen und freuen wir uns, daß dieses Kulturgut immer wieder in liebevolle, pflegliche Obhut genommen wird, um es über die Zeiten hinweg als Zeuge und Bindeglied für nachwachsende Generationen zu erhalten.

Text des Antiquars Dietlind Unterberg, Mettmann bei Düsseldorf (1997)
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